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Technik - Anmerkungen

Glasfaserkabel vs. Funk-Verbindung?

Da es immer noch einige Unklarheiten in dieser Frage gibt, möchte ich hier nochmals etwas zur Technik erläutern.
Die Frage Glasfaserkabel oder Funk-Verbindung ist in sich schon falsch! Denn das Glasfaserkabel wird in jedem Fall benutzt. Für uns als Endkunden stellt sich nur die Frage wie wir an das Glasfaserkabel 'rankommen.
Beim DSL-Anschluss der Telekom wird die sogenannte letzte Meile mittels des herkömmlichen Telefonkabels, im Falle einer Funk-Verbindung mittels Funk überbrückt.
Beim Funk spielt es eigentlich gar keine so grosse Rolle wie weit das Glasfaserkabel entfernt ist. Das Telefonkabel hingegen kann, aufgrund der Leitungsdämfung, schnelles Internet nur bis zu einer bestimmten Kabellänge gewähren. Mit jedem Meter nimmt die Dämpfung zu und somit die Bandbreite ab.
Um das Signal fürs Internet durch das zweiadrige Kupferkabel zu übermitteln muss es zuerst umgewandelt (moduliert) werden. Auf der anderen Seite muss dieses Signal dann wieder zurück gewandelt (demoduliert) werden bevor es an das Glasfaserkabel übergeben werden kann.
Dieses Problem stellt sich beim Funk nicht. Deshalb wird bei einem Anschluss über Funk auch kein Modem (= Modulator/Demodulator) benötigt. Das Signal kann ganz einfach 1:1 übermittelt werden. Dies hat natürlich entsprechend positive Auswirkungen auf die Qualität, die Bandbreite und die Latenzzeit (auch als Ping-Zeit bekannt).

 

T-Systems und Telekom

Hierbei handelt es sich um zwei Unternehmen. T-Systems ist verantwortlich für Firmen-Breitbandanschlüsse und die Telekom ist für Privatkunden zuständig.

Wenn in einem Ort eine Firma durch T-Systems an das Glasfasernetz angeschlossen wird, heisst dies noch lange nicht, dass DSL auch für Privatkunden bereit gestellt wird. Hierzu müsste T-Systems mit der Telekom zusammen arbeiten.
In der Praxis gestaltet sich dies sehr oft als kompliziert, da eine Gemeinde mit zwei Partnern verhandeln und diese zudem an einen Tisch bringen muss. Eine weitere Hürde ist, dass durch die Aufsplittung der Kunden (Firmen und Privathaushalte) die Rentabilität für den/die Anbieter schwerer zu erreichen ist.

Wesentlich leichter für die Gemeinde wäre es aber, wenn man mit nur einem Partner verhandeln müsste.

 

DSL-Anbindung mittels ADSL2 Technik

Gemäss Aussage der Gemeinde Kammlach sollen die Ortsteile Ober- und Unterkammlach bis Ende 2009 an das DSL-Netz der Telekom (oder T-Systems?, oder beide? - siehe oben!) angeschlossen werden. Damit soll DSL 6000 auch in den Randgebieten dieser Ortsteile verfügbar werden.

Die Anbindung soll mit der ADSL2 Technik erfolgen, welche aber auf absehbare Zeit schon wieder völlig veraltet ist.
Der Internet-Anschluss der Zukunft wird wesentlich höhere Bandbreiten als mit ADSL2 realisierbar sind bieten. In acht bis zehn Jahren soll eine Bandbreite von 100 Mbit/s Standard sein. Das bedeutet Glasfaserleitungen bis zum Endkunden und das kostet wiederum Geld - sehr viel Geld. Für diese Glasfaser bis zum letzten Meter müssen dann aber auch Anschlussgebühren, wie bei Wasser- und Abwasserversorgung, bezahlt werden.
Grobe Berechnungen für einen solchen Hausanschluss auf dem Land ergeben eine Anschlussgebühr von ca. € 2500 plus € 50 Flatrate im Monat. Diese Berechnungen gehen davon aus, dass sich alle Haushalte einer Gemeinde anschliessen werden.
Eine so teure Angelegenheit wird sich wohl nicht jeder leisten wollen. Damit würde es aber für die Interessierten nochmals wesentlich teurer.

Ob und wann eine Glasfaserversorgung der Endkunden angestrebt wird, steht noch völlig in den Sternen. Die Zukunft wird zeigen wie man bei uns auf dem Land versuchen wird die Anforderungen an hohe Bandbreiten zu decken.

Die derzeit verfügbare Funk-Anbindung hat jedenfalls ein wesentlich höheres Potential als ADSL2. Hohe Bandbreiten können mittels Funk einfach und mit überschaubaren Kosten bereit gestellt werden. Sollte in Zukunft eine direkte Glasfaserversorgung aller Haushalte realisiert werden, so kann diese dadurch in Ruhe geplant werden.

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit der Anbindung via Funk, werde ich dieser Technologie treu bleiben bis eine direkte Glasfaserversorgung der Endkunden verfügbar wird (oder eine neue Technologie den Markt revolutioniert).